Treffpunkt St. Georgs Platz – in memoriam Peter Hinterberger

Ein Bericht von Edith Leitner – 6. Oktober 2019 kurz vor 8.00 Uhr “im Grübel” am Hegerberg, leichter Regen hat eingesetzt und der Wettergott scheint uns heute nicht gewogen zu sein.
Ein Wanderritt ist immer ein kleines Abenteuer und stellt Reiter und Pferd jedes Mal neue Herausforderungen. Zuerst gilt es heute die rutschigen Wiesenwege bergab trittsicher zu meistern, da zeigt sich wieder einmal wie wichtig ein mitdenkendes Pferd ist. Vorbei an bis zu 200 Jahre alten Bäumen die jetzt wieder gepflegt und erhalten werden.

Timbro überlegt ob er dieses veralgte Wasser überhaupt betreten will - er muss.

Timbro überlegt ob er dieses veralgte Wasser überhaupt betreten will – er muss.

Bei den Fischaufstiegshilfen im Michelbach, welche momentan frei vom fließenden Wasser sind, haben sich Jugendliche ein kleines Paradies geschaffen mit Bänken, Stufen, Inseln und vielen verschiedenen Kunstwerken, wie z.B. Steinpyramiden . Eine 4 Kilometer lange Galoppstrecke von Furth bis Plosdorf liegt jetzt vor uns. Unter der neu zu bauenden Eisenbahnbrücke in Böheimkirchen hindurch, an dieser wird auch an Sonn- und Feiertagen mit Volldampf gearbeitet. Neugierig wie ich bin schau ich mir die Baustelle genauer an, dies bedeutet für Timbro ruhig stehen und sich nicht vom Fleck rühren.

Die Baustelle grenzt an den Park von Böheimkirchen, Baumarten, wie Esche, Bergahorn, Winterlinde und Stieleiche kommen darin bevorzugt vor. Eine Besonderheit des Parks ist die direkte Lage am Michelbach, wodurch wir mit den Pferden ins Bachbett zum Tränken können. Der Michelbach ist ein typischer Voralpenfluss, der von zahlreichen kleinen Zubringerbächen gespeist wird.

Bis ins 19. Jahrhundert war der Weinbau in Böheimkirchen weit verbreitet. Heute gibt es nur noch einzelne Weingärten. Nach Böheimkirchen, wenige Kilometer weiter bei Weisching mündet der Michelbach in die größere Perschling. Von da führt ein einige kilometerlanger weicher, gerader Wiesenweg, vorbei an der Plattner Mühle bis Untergrafendorf.

Schloss Neutenstein

Schloss Neutenstein

Schloss Neutenstein
In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erhielt das bayerische Kloster Walderbach von den Burggrafen von Regensburg das Gebiet um Untergrafendorf geschenkt. Zum Schutz der klösterlichen Besitzungen wurden Vögte eingesetzt. Eine hier bestehende Grundherrschaft ist allerdings erst seit 1376 verbürgt. Das dreigeschossige Schloss macht heute einen freundlichen und wohnlichen Eindruck. Es ist ein Renaissancebau, der in der Barockzeit aber auch noch im 19. Jahrhundert deutlich verändert wurde. Seine siebenachsige Schauseite ist dem Wirtschaftshof bzw. dem Dorf zugekehrt. In ihrer Mitte befindet sich ein steingerahmtes Rundbogenportal aus der Zeit um 1600. Es führt durch eine tonnengewölbte Einfahrt in den Innenhof.
Heute gehört es dem Architekten Dipl. Ing. Johannes Baar von Baarenfels. Das Gebäude wurde ab 1971 restauriert.

Im Überschwemmungsbecken der Perschling ziehen wir unsere Spur bis Kapelln.

Im Überschwemmungsbecken der Perschling ziehen wir unsere Spur bis Kapelln.

Bald darauf haben wir Herzogenburg erreicht, es ist mittlerweile 11.15 Uhr und 30 Kilometer haben unsere Vierbeiner bereits unter ihren Hufen gelassen. Hier beginnt bereits die Gegend mit den vielen kleinen Weinkellern – wir sind in Angern.

Am Reithenweg in Einöd glauben wir uns plötzlich in die Steiermark versetzt, soweit unsere Augen blicken sieht man schnurgerade liegende Ölkürbisse. Wir überlegen die ganze Zeit „wie kamen diese Kürbisse so in Reih und Glied“?

Zwischen Schilf, Wiesen und dem Kürbisfeld suchen wir den Einstieg zum “oberen Sattel”, schließlich finden wir den verwilderten Eingang, versteckt zwischen Sträuchern und hohem Gras. In Serpentinen führt der Weg immer leicht bergauf, im Dickicht wilde Heckenrosen voll mit “Hätscherln”.

Im dichtesten Unterholz dann korrekt abgeschnittene Äste, jetzt ist es klar “Walker” ist bereits vor uns geritten. Kurz nach 12.00 Uhr haben unsere beiden Vierbeiner ein Platzerl in der Au im Einödergraben beim St. Georgsplatz gefunden, Doris Schwarzmüller versorgt alle Pferde vorbildlich mit Heu.

Pünktlich kommen aus allen Richtungen Ein- und Zweispänner, Reiter und Spaziergänger.

Pünktlich kommen aus allen Richtungen Ein- und Zweispänner, Reiter und Spaziergänger.

Wolfgang erzählt uns von den Erlebnissen während der Kutschenfahrt, ein Baum lag über dem Weg dieser ließ sich nicht wegheben daher mussten alle Kutschen dieses Hindernis mühsam umfahren.
Gekommen sind Reiter mit ihren Pferden von der näheren aber auch von der weiteren Umgebung. Eine große Gruppe Isländer, Warmblutpferde, Tennessee Walker, Noriker, Araber, Haflinger, Lipizzaner, Ponys. So verschieden die Menschen sind, so sind es auch die Pferde, manche dösen…… andere grasen…… wieder andere beobachten………. andere fressen und fressen.

Schön diesen Platz zu sehen der sich schön langsam füllt, Bekannte, Freunde aber auch neue Gesichter sind zu sehen. Es gibt wie immer für uns Menschen gutes vom Grill, Würstel, Getränke, Kaffee und Mehlspeisen. Für die Pferde Heu und Wasser.

Wolfgang hält eine kurze Rede zum Gedenken an Peter Hinterberger

Wolfgang hält eine kurze Rede zum Gedenken an Peter Hinterberger

Wolfgang hält eine kurze Rede zum Gedenken an Peter Hinterberger. Oft sind er und Peter zusammengesessen und haben philosophiert, was sein wird wenn sie zur ewigen Kavallerie abberufen werden und sie haben sich gegenseitig versprochen, dass der Überlebende, der noch im Sattel und am Kutschbock sitzen kann – der eine es aber auch vom anderen erwarten kann – Blick nach vorne in die Zukunft in dem Sinne des geliebten und schönen pferdigen Freitzeitvergnügen‘s. So wie Peter es sich immer gewünscht hat, haben wir alle mit einem Glas Veltliner in der Hand an ihn gedacht.

Tschüß St. Georgs Platz, Tschüß Peter.

Tschüß St. Georgs Platz, Tschüß Peter.

Besonderer Dank gilt Gerhard Zehetner und all seinen Helfern und Helferinnen für die perfekte Organisation des Pferdetreffens, sowie für all die Dinge, die so ein Treffen für uns Reiter und unsere Pferde so angenehm macht.

Gemütlich liessen wir uns von unseren Pferden nach Sitzenberg tragen, um uns dort nochmals von allen Reitern und Kutschenfahrern zu verabschieden. Die Pferde wurden eingedeckt, die Pferdebeine mit Gamaschen versehen und verladen.

Vino und Veritas – Peters Pferde – werden noch immer vom Pferdesportverein Zwentendorf versorgt und gefahren, ganz im Sinne von Peter.
Mein Dank gilt dem Veranstalter, das es wieder gelungen ist, Gleichgesinnte beim St. Georgsplatz zu versammeln.

Ein Bericht von Edith Leitner

Bei Interesse an Wanderritten und breitensportlichen Veranstaltungen wende dich bitte an unser Referat Breitensport:
Wolfgang Csar, Mobil +43  664 / 450 76 56, wolfgang.csar@aon.at

Mitarbeiterin (für Langstrecken-Wanderritte und ähnliches):
Edith Leitner, Mobil +43 664 73 84 30 44, speedy@kstp.at , edithleitner19@gmail.com